Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen verstehen und überwinden
Wie man Emetophobie bei Kindern und Jugendlichen lösen kann
In diesem Video möchte ich dir erklären, wie du Emetophobie, also die Angst vor Erbrechen, bei Kindern und Jugendlichen lösen kannst.
Was ist Emetophobie?
Emetophobie bezeichnet die Angst davor, dass jemand anderes erbricht – meistens betrifft es nicht die Betroffenen selbst, sondern die Angst, dass andere Menschen in ihrer Nähe erbrechen könnten. Diese Angst kann so stark ausgeprägt sein, dass betroffene Kinder und Jugendliche sich beispielsweise nicht mehr in Menschenmengen aufhalten möchten oder sogar Bauchschmerzen bekommen, wenn sie nur daran denken, in die Schule zu gehen, wo sich jemand erbrechen könnte.
Die körperlichen Auswirkungen
Die Emetophobie kann sich in Übelkeit und Unwohlsein, insbesondere im Solarplexus-Bereich, äußern. Dieser Stress kann dazu führen, dass Betroffene Angst entwickeln, an Veranstaltungen wie Kino, Konzerten oder anderen Anlässen teilzunehmen. Dadurch kann sich auch eine Sozialphobie entwickeln – also die Angst, überhaupt auf Menschen zu treffen.
Angst verstehen und ansprechen
Es ist wichtig, mit dem Kind über Ängste zu sprechen und zu erklären, was eine Angst überhaupt ist. In meinem Ratgeber „Wie Kinder fliegen lernen“ findest du ein Kapitel über die Entstehung von Ängsten und wie diese uns beeinflussen. Angst ist im Grunde ein beschützendes Gefühl, das vom Unterbewusstsein ausgeht – wie ein innerer Schutzengel, der dafür sorgt, dass uns nichts passiert oder wir unangenehme Dinge vermeiden.
Bei der Angst vor Erbrechen spielt auch Ekel eine Rolle, der als Schutzfunktion des Körpers dient. Evolutionär betrachtet hat diese Funktion einen wichtigen Hintergrund: Wenn sich jemand erbricht, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass die Person krank ist oder etwas Verdorbenes gegessen hat. Der Ekel hilft uns, uns von dieser Person zu distanzieren und uns selbst zu schützen.
Was tun bei Emetophobie?
Wenn dein Kind oder Jugendlicher Angst vor Erbrechen hat, beginne damit, den Stress im Körper zu lokalisieren. Oftmals wird dieser im Bauchbereich, speziell im Solarplexus, empfunden. Es kann helfen, dem Kind einfache Fragen zu stellen, um herauszufinden, wo der Stress im Körper sitzt.
Im Ratgeber empfehle ich die Übung „Kinotechnik“ aus dem Buch. Diese zielt darauf ab, das Unbewusste direkt zu befragen, welche Erlebnisse möglicherweise mit der Angst verknüpft sind. Ein Beispiel aus meiner Praxis zeigt, dass oft mehrere Erlebnisse zusammenwirken, die die Emetophobie auslösen. Es kann dabei hilfreich sein, auch weitere Übungen wie die „Timeline-Technik“ anzuwenden, um herauszufinden, wann das Gefühl des Unwohlseins zum ersten Mal aufgetreten ist.
Praxisbeispiel: Lisa
Ein Mädchen, das in meiner Praxis war, hatte mit sieben Jahren in der ersten Klasse ein Erlebnis, bei dem sich ein Kind im Unterricht erbrach. Dieses Ereignis hat bei ihr und ihren Klassenkameraden Stress verursacht. Später, bei einem Fest, fühlte sie sich unwohl und überfordert in der Menschenmenge, als sich erneut jemand erbrach. Diese Erlebnisse verknüpfte ihr Unbewusstsein miteinander, wodurch ihre Angst vor dem Erbrechen wuchs. Letztlich ist es weniger die Angst vor dem Erbrechen an sich, sondern vielmehr die Angst vor der eigenen Hilflosigkeit in solchen Situationen.
Fazit
Wenn du Kindern mit Emetophobie helfen möchtest, empfehle ich dir, die Übungen aus meinem Ratgeber anzuwenden. Besonders die Übung Nummer 1 und die „Timeline-Technik“ können dabei helfen, die Ursachen der Angst aufzudecken und zu lösen.
Falls du Fragen hast, freue ich mich über Kommentare oder Anfragen. Egal ob du Elternteil, Lehrperson oder Therapeut bist, ich helfe dir gerne weiter. Weitere Informationen und den Ratgeber findest du auf meiner Website happykids.pro. Ich wünsche dir viel Erfolg mit den Übungen und freue mich auf deine Rückmeldungen.
Herzliche Grüße,
Mike Schwarz
Kinder- und Hypnosetherapeut, Gründer von Happy Kids
Emetophobie, die intensive Angst vor dem Erbrechen, ist eine weitverbreitete, aber oft missverstandene Phobie, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Menschen, die unter Emetophobie leiden, haben nicht nur Angst davor, selbst zu erbrechen, sondern oft auch davor, andere beim Erbrechen zu sehen oder davon zu hören. Diese Angst kann so stark werden, dass sie das tägliche Leben massiv einschränkt und zu sozialer Isolation, Essstörungen und weiteren Ängsten führt. Was steckt hinter Emetophobie und wie löst man diese Angst?
Ursprung der Emetophobie
Die Ursachen von Emetophobie liegen häufig in traumatischen oder unangenehmen Erlebnissen, die mit dem Erbrechen verbunden sind. Ein solches Erlebnis muss jedoch nicht unbedingt direkt mit dem Erbrechen selbst zusammenhängen. Oft sind es die damit verknüpften Emotionen, wie Scham, Ekel oder Hilflosigkeit, die die Phobie nähren. Diese Gefühle können so tief verwurzelt sein, dass sie sogar dann ausgelöst werden, wenn die tatsächliche Gefahr des Erbrechens minimal ist. Ein Beispiel hierfür wäre eine Person, die nach einer Lebensmittelvergiftung in der Öffentlichkeit erbrechen musste und seither eine starke Angst entwickelt hat, sich wieder in einer ähnlichen Situation zu befinden.
Ein weiterer Grund, warum Emetophobie so stark und belastend ist, liegt in der mächtigen Emotion des Ekels. Ekel ist eine der grundlegendsten und stärksten menschlichen Emotionen und spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Phobie. Die Furcht vor dem Erbrechen wird so intensiv, weil sie mit dem tief verwurzelten Ekel vor den körperlichen Prozessen und deren Auswirkungen verknüpft ist.
Wege aus der Emetophobie
Die gute Nachricht ist, dass es effektive Wege gibt, Emetophobie zu behandeln und zu überwinden. Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und speziell die Expositionstherapie werden angewendet. Bei der Expositionstherapie wird der Betroffene schrittweise und in einem kontrollierten Umfeld mit seinen Ängsten konfrontiert, um diese allmählich abzubauen. Dies bedeutet für viele Betroffene aber grossen Stress, weil sie immer und immer wieder mit der Phobie konfrontiert werden.
Ein sehr vielversprechender und sanfter Ansatz ist die ursachenorientierte Hypnosetherapie, die darauf abzielt, tief verankerte Ängste und negative Verknüpfungen im Unterbewusstsein aufzulösen. Dabei kann Hypnose helfen, die emotionale Reaktion auf das Erbrechen zu verändern und so die Angst Schritt für Schritt abzubauen. Die Angst wird nachhaltig und effizient desensibilisiert.
Wie können Eltern ihren betroffenen Kindern helfen?
Für Eltern und Betroffene, die nach Lösungen suchen, kann unser Ratgeber auf der Website HappyKids.pro eine wertvolle Unterstützung sein. Dieser bietet nicht nur tiefere Einblicke in die Ursachen und Mechanismen von Phobien, sondern auch praktische Anleitungen, wie man Kindern und Jugendlichen helfen kann, ihre Ängste zu überwinden. Denn je früher eine Phobie gelöst wird, desto besser sind die Chancen, dass das Kind sein Leben wieder unbeschwert geniessen kann.
Fazit: Emetophobie ist mehr als nur eine einfache Angst vor dem Erbrechen. Sie ist ein komplexes Zusammenspiel von Emotionen und Erlebnissen, die tief im Unterbewusstsein verankert sind. Doch mit der richtigen Unterstützung und Therapie ist es möglich, diese Angst zu überwinden und ein Leben ohne ständige Furcht zu führen.

Hallo, ich habe das Buch, bin gerade am Durcharbeiten. Bin noch nicht ganz durch, es ist aber sehr Hilfreich, kann ich jetzt schonmal sagen.
Ich habe eine Ausbildung als Hypnosecoach und Therapeut gemacht. Die Kinderhypnose finde ich sehr interessant.
Im Leben bin ich noch Pflegefachfrau.
Schönen Sonntag noch.
Andrea
Schön, dass dir das Buch gefällt Andrea. Du kannst bei uns übrigens auch eine Weiterbildung im Bereich HappyKids machen, wenn dich das interessiert.